Konzentration


Konzentration

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Kon|zen|tra|ti|on [kɔnts̮ɛntra'ts̮i̯o:n], die; -, -en:
1. das Zusammenlegen, Zusammenballen, Vereinigen [wirtschaftlicher oder militärischer Kräfte] an einem Punkt, in einer Hand:
die Konzentration der Industrie, der Presse.
Zus.: Machtkonzentration, Truppenkonzentration, Unternehmenskonzentration.
2. geistige Anspannung, höchste Aufmerksamkeit, die auf eine bestimmte Tätigkeit o. Ä. gerichtet ist:
sie arbeitet mit großer Konzentration.
Syn.: Sammlung.
3. Gehalt einer Lösung an gelöstem Stoff:
die Konzentration einer Säure, einer Lösung; Alkohol in hoher Konzentration.
Zus.: Salzkonzentration.

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Kon|zen|tra|ti|on 〈f. 20
I 〈zählb.〉
1.1 Zusammendrängung um einen Mittelpunkt
1.2 Zusammenfassung, Zusammenballung (von wirtschaftl., militär. o. ä. Kräften)
2. Anreicherung, Gehalt einer Lösung an gelöstem Stoff
II 〈unz.〉 Anspannung, Sammlung (aller Gedanken auf ein Problem, Ziel), angespannte Aufmerksamkeit ● mit äußerster \Konzentration arbeiten, zuhören
[frz. concentration „Sammlung, Massierung, Konzentration“; → konzentrieren]
Die Buchstabenfolge kon|zen|tr... kann in Fremdwörtern auch kon|zent|r... getrennt werden.

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Kon|zen|t|ra|ti|on [gleichbed. frz. concentration ( co- u. lat. centrum = Mittelpunkt)]:
1) die Herst. eines Konzentrats, d. h. die Anreicherung einer Komponente in einem Mehrkomponentengemisch, z. B. einer Lsg., durch Einengen, Eindampfen, Eindicken, Ausfrieren (Konzentrieren);
2) im gemeinspr. Sinn die relative, meist in Gewichts- oder Volumenprozent ( Anteil) angegebene Menge eines Bestandteils in einem Gemisch;
3) Grundwort in fachspr. Begriffen, die die Zus. von Mischphasen beschreiben, vgl. Massenkonzentration, Volumenkonzentration, Stoffmengenkonzentration, Teilchenzahlkonzentration, Molarität, Molalität, Normalität.

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Kon|zen|t|ra|ti|on, die; -, -en [frz. concentration, zu: concentrer, konzentrieren]:
1. (von Kräften, Mächten bes. politischer od. wirtschaftlicher Art) Vereinigung, Zusammenstellung, Verdichtung an einer Stelle, in einer Hand o. Ä.:
eine K. der Macht, des Kapitals;
die zunehmende K. in der Wirtschaft.
2. <o. Pl.> das Konzentrieren:
die K. aller Kräfte, Gedanken auf das Finden einer Lösung.
3. <o. Pl.> hoher Grad der Aufmerksamkeit u. der geistigen Anspannung, die auf eine bestimmte Tätigkeit o. Ä. gerichtet ist:
jmds. K. lässt nach;
die Arbeit fordert höchste, äußerste K.;
er zeigt einen Mangel an, keine Fähigkeit zur K.
4. (Chemie) Gehalt einer Lösung an gelöstem Stoff:
die K. einer Säure feststellen.

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Konzentration
 
[französisch-lateinisch, eigentlich »Vereinigung in einem (Mittel)punkt«] die, -/-en,  
 1) allgemein: Zusammenballung, Zusammendrängung.
 
 2) Chemie: Mengenanteil einer bestimmten Komponente in einer Mischphase (Gasgemisch, Lösung, Mischkristall). Größen, die die quantitative Zusammensetzung einer Mischung angeben, heißen Zusammensetzungsgrößen (Gehaltsgrößen, früher Konzentrationsmaße). Nah DIN 1310 versteht man unter Konzentration jeden Quotienten, der das Volumen V der Mischphase im Nenner enthält. Die Konzentration kann je nach der Größe des Stoffes i in verschiedener Weise angegeben werden:
 
Die Volumenkonzentration σi ergibt sich aus dem Quotienten Volumen des Stoffes i / Volumen V der Mischphase, σi = Vi / V, die Massenkonzentration (Partialdichte) βi (oder ρi) aus dem Quotienten Masse des Stoffes i / Volumen V der Mischphase, βi = mi / V, und die Stoffmengenkonzentration (früher Molarität) ci aus dem Quotienten Molzahl des Stoffes i / Volumen V der Mischphase, ci = ni / V. Weitere Stoffmengenkonzentrationen sind die Äquivalentkonzentration (früher Normalität) und die Molalität.
 
Neben diesen durch DIN genormten Konzentrationsangaben sind noch folgende (heute im SI-Einheitensystem ungültige) Gehaltsangaben gebräuchlich: Volumenprozent, Volumenprozent = 100 · (Volumen des Stoffes i / Gesamtvolumen V) = 100 · (Vi / Vges), Masse(n)prozent (unkorrekt als Gewichtsprozent, Abkürzung Gewichtsprozent, bezeichnet), Masse-% = 100 · (Masse des Stoffes i / Gesamtmasse mges) = 100 · (mi / mges), und Molprozent, Mol-% = 100 · (Molzahl des Stoffes i / Gesamtmolzahl) = 100 · Molenbruch. Ohne den Faktor 100 werden diese Größen in der angegebenen Reihenfolge nach DIN korrekt als Volumenanteil (-gehalt, -bruch) ϕi, Massenanteil (-gehalt, -bruch) wi und Stoffmengenanteil (-gehalt, -bruch; veraltet Molenbruch) xi bezeichnet und als Gehaltsangaben verwendet (pp-Einheiten).
 
 3) Psychologie: die bewusste Steigerung der Aufmerksamkeit und ihre Bindung an ein vorgegebenes Ziel. Physische oder anlagebedingte Beeinträchtigungen der Konzentrationsfähigkeit (etwa durch angeborene Schäden des zentralen Nervensystems) werden in der Regel als Konzentrationsschwäche bezeichnet. Psychische und umweltbedingte Beeinträchtigungen, z. B. als Folge nicht bewältigter Reizüberflutung, gelten als Konzentrationsmangel; Kennzeichen sind v. a. rasche Ermüdbarkeit, erhöhte Störbarkeit, Vergesslichkeit, Neigung zu infantiler, verträumter, unenerg. Arbeitshaltung, auch Kontaktscheu.
 
 4) Wirtschaft: Ballung ökonomischer Größen in dem Sinn, dass ein Merkmalsbetrag auf wenige oder immer weniger Merkmalsträger (absolute Konzentration) oder in ungleichmäßiger oder immer ungleichmäßigerer Weise auf die Merkmalsträger (relative Konzentration) verteilt ist. Mit Konzentration kann der Verlauf des Prozesses gemeint sein, der zur Ballung führt (Konzentrationsprozess), aber auch das Ergebnis (Konzentrationsstand). Konzentration wird v. a. beobachtet bei Betriebs- und Unternehmensgrößen, bei der räumlichen Verteilung von Produktionsstätten sowie bei der Einkommens- und Vermögensverteilung.
 
Die Unternehmenskonzentration nimmt z. B. zu, wenn der Anteil der Großunternehmen am Umsatz und/oder der Beschäftigtenzahl steigt. Dies geschieht, wenn die größeren Unternehmen rascher wachsen als kleinere (Konzentration durch internes Unternehmenswachstum) oder wenn sich ihre Zahl durch Unternehmenszusammenschlüsse verringert (Konzentration durch externes Unternehmenswachstum). Unter der Einkommenskonzentration und Vermögenskonzentration versteht man vornehmlich die ungleichmäßige Verteilung der laufenden Einkommen und der bestehenden Geld- und Sachvermögen zwischen den Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital, zwischen verschiedenen Personengruppen oder Einkommensklassen.
 
Eine Konzentrationsmessung ist nur bedingt möglich. Zu unterscheiden sind Maße für die absolute Konzentration (welcher Anteil am gesamten Merkmalsbetrag entfällt auf eine bestimmte Anzahl von der Größe nach geordneten Merkmalsträgern) sowie für die relative Konzentration (welcher Anteil am gesamten Merkmalsbetrag entfällt auf einen bestimmten Anteil der der Größe nach geordneten Merkmalsträger). Die Höhe der relativen Konzentration wird vielfach mithilfe der Lorenz-Kurve ermittelt. Die Konzentrationsmessung kann sich auf Sektoren, Wirtschaftszweige oder einzelne relevante Märkte beziehen. Grundlagen sind dabei Umsatz, Wertschöpfung, Beschäftigtenzahl, Kapital.
 
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie v. a. auch in den folgenden Artikeln:
 
Ballungsgebiet · Einkommensverteilung · Entflechtung · Macht · multinationale Unternehmen · Unternehmenskonzentration · Wettbewerb
 

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Kon|zen|tra|ti|on, die; -, -en [frz. concentration, zu: concentrer, ↑konzentrieren]: 1. (von Kräften, Mächten bes. politischer od. wirtschaftlicher Art) Vereinigung, Zusammenstellung, Verdichtung an einer Stelle, in einer Hand o. Ä.: eine K. der Macht, des Kapitals; die zunehmende K. in der Wirtschaft. 2. <o. Pl.> das Konzentrieren: die K. aller Kräfte, Gedanken auf das Finden einer Lösung. 3. <o. Pl.> hoher Grad der Aufmerksamkeit u. der geistigen Anspannung, die auf eine bestimmte Tätigkeit o. Ä. gerichtet ist: jmds. K. lässt nach; die Arbeit fordert höchste, äußerste K.; er zeigt einen Mangel an, keine Fähigkeit zur K. 4. (Chemie) Gehalt einer Lösung an gelöstem Stoff: die K. einer Säure feststellen; etw. in hoher, schwacher K. (stark, schwach konzentriert 3) verwenden.

Universal-Lexikon. 2012.

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